Hauptsache gesund?! - Aber die Seele, die weint ... 

Dein Baby ist da und eigentlich könntest du glücklich sein, oder? Alle sind hoch erfreut: "Ach die Schmerzen, die vergisst du schnell wieder!" Du lächelst. Doch in Wahrheit musst du immer wieder weinen oder hängst in Gedanken fest, wenn du an den Tag zurück denkst, von dem du dir eigentlich erhofft hast, dass es doch der schönste Tag sein muss, wenn das eigene Kind geboren wird. Klar würde es bestimmt anstrengend werden, aber so? So hattest du dir das alles nicht vorgestellt. Wenn du mit jemandem darüber sprechen willst, musst du immer wieder deine Tränen unterdrücken und hören:"Hauptsache gesund!" oder „Früher sind die Mütter verstorben, sei froh, dass es den Kaiserschnitt gibt.“ Du verdrängst deine Gedanken und Gefühle und fragst dich, ob mit dir irgendwas nicht stimmt. 


Natürlich ist es schön, wenn Mutter und Kind nach einer  Geburt körperlich gesund sind ABER: was ist mit der Seele? Mit den Gefühlen? Was ist mit dir, Mutter? Geht es dir gut?


Oft, wenn Frauen mit mir über ihr Geburtserlebnis sprechen, ist eine Sache sehr herausragend. Meist ist es nicht der Kaiserschnitt, die Saugglocke oder der Dammschnitt, der sich auch nach Jahren noch in Wut, Trauer, Verletzung oder Selbstzweifeln ausdrückt. ⠀

Es ist meistens das Gefühl, versagt zu haben, weil man nicht für sich einstehen und seine Wünsche äußern konnte. Entweder weil man eine sehr herrische Hebamme oder ärztliches Personal hatte oder manchmal, weil man sich vorher eigentlich gar nicht wirklich mit sich und seinem Körper auseinander gesetzt hat und in dem Moment der Geburt gar nicht sagen konnte, was eigentlich los ist und was man gerade braucht. Gerade dann ist es wichtig, jemanden bei sich zu haben, dem man voll und ganz vertrauen kann und der einen „sieht, spührt, wahrnimmt“ im eigenen Wesen mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen.⠀

Geburt ist Vertrauen und Hingabe. Vertrauen in sich selbst aber auch an die Personen, die einen während der Geburt begleiten.⠀


Wenn du dich immer wieder fragst, ob bei deiner Geburt so viel schief gelaufen ist, weil du nicht stark, taff, überzeugt oder resistent genug warst sondern einfach vertraut hast, dann sage ich dir heute: DU warst richtig und hast alles richtig gemacht. Du wolltest einfach nur vertrauen und konntest gar nicht anders. Und fragst dich jetzt, ob das dein großer Fehler war. ⠀

„Du konntest nicht anders. Geburt ist prinzipiell auf Vertrauen angelegt“⠀


Dein Körper ist unter Geburt auf Vertrauen angelegt. Du willst und wolltest vertrauen. Und der Hebamme, die dich dann begleitete, schenktest du dein Vertrauen, selbst wenn da in dir drin irgendwas widersprach oder dir die Person eigentlich nicht zusagte. Aber Geburt ist einfach auf Vertrauen angelegt. Unser Wesen ist Vertrauen. Und du darfst völlig frei werden von jeglicher Schuld, die du trägst, „es nicht geschafft zu haben, stark und selbstbestimmt gewesen zu sein“. Du hast dir nichts vorzuwerfen. Du bist nicht zu sensibel oder weich gestrickt.
Es gibt unsensibles Personal und während einer Geburt sollte es höchste Priorität haben, dich, die Gebärende, sensibel und mit Würde und Hochachtung dir und deiner Geburt gegenüber zu begleiten. 


Aber wie alles gelaufen ist, hast du eher das Gefühl, dass du bei deiner Geburt zwar dabei warst, aber geboren hat irgendwie jemand anders. Seitdem stellst du dir ganz schön viele Fragen in deinem Leben. Nichts ist mehr so, wie es vorher war und die Frau, die du einst im Spiegel gesehen hast, ist irgendwo verschwunden. Bei einer Geburt wird nicht nur das Kind geboren sondern auch die Mutter. 


Ich bin da für dich. Ich gebe dir Raum. Zum Reden über deine Geburt, all deine Gedanken. Ohne Anklage, ohne Berichtigung, ohne Verurteilung. Dafür aber mit ganz viel Aufmerksamkeit, Geduld, Gefühl und fachlicher Kompetenz. 


Herzlichst



Deine Susann




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Hebamme Susann Alvarez

Susann Alvarez

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